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Domgymnasium Naumburg

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Gebäude Marienschule

Marienschule

Unter Oberbürgermeister Emil Kraatz (1848–1921) setzte in Naumburg ein Modernisierungsprozess des Schulwesens ein. Die Gründe dafür waren die Schülerzahlen, die immer weiter anstiegen und zum anderen die baulichen und hygienischen Verhältnisse der vorhandenen Schulen, die oft nicht mehr den Anforderungen der Zeit entsprachen. Der Magistrat beschloss entsprechend, die bisherigen Schulstandorte aufzugeben und neue zu errichten. Zwischen 1887 und 1889 wurde deshalb die Marienschule als Volksschule für Mädchen errichtet. Von 1896 bis 1899 wurde darüber hinaus die Georgenschule für Jungen neu geschaffen.

Insbesondere der Bau der Marienschule sollte auch architektonisch der allgemeinen Reform des Naumburger Volksschulwesens Ausdruck verleihen. Der beauftragte Stadtbaurat Otto Christian Hetzel konzipierte ein Gebäude im Stil der Neorenaissance, welches damit auf das bürgerliche neuhumanistische Bildungsideal des 19. Jahrhunderts verwies.

Bahnbrechend war, dass Hetzel der pädagogischen Forderung nach einjährigen Schulkursen Rechnung trug und für jede Klasse einen eigenen Klassenraum konzipierte. Dieser war jeweils von den zentralen Fluren aus separat zu betreten. Auch für den Schul-Kastellan waren zwei Zimmer vorgesehen. Damit entsprach die Marienschule einer ganz neuen Generation von Volksschulbauten, wie sie seit den 1880er Jahren zuerst im Königreich Sachsen errichtet wurden.

Das Modell des modernen Schulgebäudes unserer Naumburger Marienschule wurde 1893 auf der Weltausstellung in Chicago präsentiert und mit einer Medaille ausgezeichnet, wie Anke Eisfeld, eine ehemalige Schülerin unseres Domgymnasiums, in einer umfangreichen BLL-Arbeit recherchierte.

Wegen ihrer ausgezeichneten Akustik bekam die Aula der Marienschule besondere Aufmerksamkeit. Hier fanden nicht nur Konzerte und Theateraufführungen der Schüler_innen statt. Der mit Wandmalereien und Bleiglasfenstern versehene Raum wurde auch für Lichtbildervorträge des Naumburger Kunstvereins sowie für Vorträge Leipziger Universitätsprofessoren, wie des Germanisten Georg Witkowski zum Schiller-Jahr 1905, genutzt.

In den zurückliegenden 125 Jahren wurde die repräsentative Marienschule nur in den Weltkriegen zweckentfremdet genutzt. So war von 1915 bis 1919 in dem Gebäude ein Reservelazarett für über zweihundert Verwundete untergebracht. 1941 beschlagnahmte die Wehrmacht das Haus und verwendete es für ihre Kommunikations- und Lagerzwecke.

Dass der kunsthistorisch bedeutende - und seit 1999 unter Denkmalschutz stehende - Bau inzwischen in Teilen restauriert wurde und unserer Schulgemeinde als ein Schulstandort dient, ist ein Gewinn für das Domgymnasium, die Stadt Naumburg und den Schulträger Burgenlandkreis. Aufgabe muss es für alle sein, partnerschaftlich die noch ausstehende Sanierung der historischen Marien-Aula zu bewerkstelligen.

Dr. Dirk Heinecke, Schulleiter

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